Bedarfsgemeinschaft mit Kindern

Kinder gehören zu einer Hartz IV Bedarfsgemeinschaft von Partnern oder Alleinstehenden, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind. Die Kinder

  • müssen im gleichen Haushalt wohnen,
  • dürfen das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben,
  • dürfen noch nicht verheiratet sein,
  • können ihren Lebensunterhalt nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bestreiten.

Kinder bilden eine Bedarfsgemeinschaft nicht nur mit leiblichen Eltern oder Adoptiveltern, sondern auch mit Stiefeltern(teilen). Das ist auch in den Fällen so, in denen der Stiefvater oder die Stiefmutter nicht mit dem leiblichen Elternteil verheiratet ist, sondern mit ihm lediglich in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebt.

Wenn die Eltern des Kindes erwerbsunfähig sind(beide oder ein Elternteil), so bildet sich die Bedarfsgemeinsachft aus dem erwerbsfähigen, unverheirateten Kind zwischen 15 und 24 Jahren und den Eltern bzw. dem Elternteil.

Eine Bedarfsgemeinschaft ist auch dann gegeben, wenn der erwerbsunfähige Elternteil mit einem Partner zusammenlebt. Zu dieser gehört u. U. auch ein unverheiratetes Kind von bis zu 24 Jahren dieses Partners.

Schwangere Tochter

Wenn eine bei den Eltern lebende, bis zu 24 Jahre alte Tochter schwanger ist, gehört diese Tochter ebenfalls zur Bedarfsgemeinschaft. Es besteht jedoch die Besonderheit, dass die Eltern ihr Einkommen oder Vermögen nicht für den Unterhalt der Tochter einsetzenmüssen. Für ihren Bedarf ist die Tochter allein verantwortlich.

Person mit Grundsicherungsanspruch nach SGB 12

Personen im Alter von 18 bis 64/67 Jahren, die dauerhaft voll erwerbsunfähig sind, und Personen über 64/67 Jahren gehören zwar ebenfalls der Bedarfsgemeinschaft an. Sie haben jedoch einen vorrangigen Anspruch auf Grundsicherungsleistungen nach dem 4. Kapitel des SGB XII und somit nicht auf Hartz IV Leistungen.

Kinder außerhalb der Bedarfsgemeinschaft

Ein Kind steht außerhalb der Bedarfsgemeinschaft der Eltern, wenn es in der Lage ist, seinen Lebensunterhalt aus eigenem Einkommen oder Vermögen zu decken. Das Alter des Kindes ist dabei unerheblich.

Solche Fälle sind insbesondere denkbar, wenn das Kind Kindesunterhalt von einem getrennt lebenden Elternteil erhält.

Als Einkommen des Kindes sind auch zu berücksichtigen:

  • Kindergeld,
  • Ausbildungsvergütung,
  • Arbeitslohn.

Ist das Einkommen des Kindes höher als sein Bedarf, gehört es nicht zur Bedarfsgemeinschaft. Das den Bedarf übersteigende Kindergeld wird dann dem Einkommen der Eltern zugerechnet.

Ist ein Kind 25 Jahre alt und lebt es dennoch bei den Eltern, so bildet es mit ihnen keine Bedarfsgemeinschaft mehr. Es ist dann Alleinstehend im Sinne des Hartz IV Gesetzes.

Gleiches gilt, wenn ein Kind verheiratet ist und noch bei seinen Eltern lebt. Es gehört nicht zur Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Auf das Alter des Kindes kommt es dann nicht an.

Wohnt ein Kind unter 25 Jahren im Haushalt der Eltern und betreut dort ein eigenes Kind, so gehört es ebenfalls nicht der Bedarfsgemeinschaft der Eltern an. Es bildet mit seinem eigenen Kind eine selbstständige Bedarfsgemeinschaft.

Weitere Infos zur Bedarfsgemeinschaft

Weiterführende Informationen zum Thema hier: Bedarfsgemeinschaft