Eingliederungsleistungen

Das wichtigste Ziel der Grundsicherung für Arbeitsuchende besteht darin, erwerbsfähige Hartz IV Berechtigte (wieder) in das Erwerbsleben einzugliedern. Die vorübergehende Notlage soll durch den Einsatz der Arbeitskraft beendet bzw. verringert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das SGB II eine Vielzahl von verschiedenen Eingliederungsleistungen vor, so u. a.:
- Leistungen aus dem Vermittlungsbudget zur Förderung der Anbahnung oder Aufnahme einer Beschäftigung,
- Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung,
-die Förderung der beruflichen Weiterbildung einschließlich des Nachholens des Hauptschulabschlusses,
- Leistungen zur Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben,
- Leistungen an Arbeitgeber (Eingliederungszuschuss),
- Förderung der beruflichen Weiterbildung beschäftigter Arbeitnehmer,
- Förderung der Berufswahl und Berufsausbildung,
- kommunale Eingliederungsleistungen (z. B. Kinderbetreuung, Sucht- und Schuldnerberatung),
- Einstiegsgeld,
- Leistungen zur Eingliederung von Selbständigen,
- Arbeitsgelegenheiten,
- Förderung von Arbeitsverhältnissen.

Eingliederung Jugendlicher

Unverzügliche Arbeitsvermittlung

Der Eingliederung junger Menschen in Ausbildung und Arbeit wird eine besondere Bedeutung beigemessen. So lautet der gesetzliche Auftrag, erwerbsfähige Hartz IV Berechtigte unter 25 Jahren unverzüglich nach Antragstellung in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. Jeder junge Mensch bekommt einen persönlichen Ansprechpartner im Jobcenter. Ein besonders günstiger Betreuungsschlüssel von 1 : 75 soll eine intensive Unterstützung des jungen Menschen bei der Eingliederung in Arbeit gewährleisten. Der persönliche Ansprechpartner soll bei der Bewältigung von persönlichen Problemen helfen, gemeinsam mit dem jungen Menschen individuelle Eingliederungsstrategien entwickeln und diesen Prozess auch intensiv und zielorientiert begleiten.

Im Beratungsgespräch wird gemeinsam mit dem jungen Menschen das Eingliederungsziel festgelegt. Es orientiert sich
- an den Stärken und Potentialen sowie an den Interessen des jungen Menschen und
- an den Bedingungen und Möglichkeiten des Ausbildungs- und Arbeitsmarkts.

Ausbildung hat Vorrang

Junge Menschen ohne Berufsabschluss sind vorrangig in Ausbildung oder berufliche Qualifizierung zu vermitteln. Wer noch keinen Berufsabschluss hat, ist vorrangig in eine Ausbildung zu vermitteln. Eine betriebliche Berufsausbildung kann bei Vorliegen einer Lernbeeinträchtigung oder sozialen Benachteiligung durch ausbildungsbegleitende Hilfen unterstützt werden.

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

Gefördert werden können auch Einstiegsqualifizierungen, außerbetriebliche Berufsausbildungen oder – gefördert durch den Träger der Arbeitsförderung – berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, einschließlich des Rechtsanspruchs auf das Nachholen des Hauptschulabschlusses.

Sprachförderung bei Migrationshintergrund

Junge Menschen mit Migrationshintergrund können zusätzlich mit den Angeboten zur Sprachförderung des Bundeamtes für Migration und Flüchtlinge gefördert werden.

Allgemeine Eingliederungsleistungen

Selbstverständlich stehen auch alle übrigen Eingliederungsleistungen nach dem SGB II für junge Menschen zur Verfügung. Mit dem Vermittlungsbudget kann z. B. die Anbahnung oder Aufnahme einer Berufsausbildung gefördert werden.

Soziale Eingliederungsmaßnahmen

Nicht bei allen jungen Menschen ist jedoch sofort eine Ausbildungs- oder Arbeitsaufnahme möglich. Gegebenenfalls steht - je nach Schwere der Vermittlungshemmnisse - die soziale Eingliederung im Vordergrund. Dies reicht von der Sicherstellung der Kinderbetreuung für Alleinerziehende bis hin zur Lösung schwerer persönlicher und sozialer Probleme. Hierfür kann eine individuelle Betreuung durch einen Fallmanager erfolgen.

Zur weiteren Unterstützung können spezifische soziale Eingliederungsleistungen (z. B. Sucht- und Schuldnerberatung) erbracht werden.

Eingliederungsvereinbarung

Die einzelnen Eingliederungsschritte werden mit dem jungen Menschen genau besprochen. Abschließend werden sie in der Eingliederungsvereinbarung festgeschrieben. Lehnt ein junger Mensch ohne wichtigen Grund die Angebote ab, wird nach dem Grundsatz des Förderns und Forderns das Arbeitslosengeld II gemindert bzw. vollständig gestrichen.