FSJ im Ausland

Das Abitur oder der sonstige Schulabschluss ist gut in der Westentasche verstaut. Die weite Welt ruft. Und manchmal in Form eines Freiwilligen Sozialen Jahres. FSJ ist die Abkürzung hierfür. Der Name FSJ legt schon nahe, dass die freiwillige Tätigkeit im sozialen Bereich liegt und der Allgemeinheit zu Gute kommen soll. Doch der Bereich ist sehr weit, so dass die Einsatzbereiche weit sind. Man kann den Dienst beispielsweise absolvieren in Krankenhäusern und Altenheimen, in Einrichtungen der Behindertenhilfe, in Kinderheimen, Kindertagesstätten und Schulen, in Jugendeinrichtungen und Sportvereinen oder auch in Museen und Bibliotheken. Es geht also etwa um den Englischunterricht an einer Schule in Afrika, um Kinderbetreuung im Waisenhaus in Indien oder um Mitarbeit in einem Krankenhaus in Chile. Man ist also praktisch dabei und arbeitet nicht vom Schreibtisch aus.

FSJ im Ausland und andere Auslands-Freiwilligendienste

Zunehmend wird das FSJ im Ausland durch die anderen staatlich geförderten Freiwilligendienste im Ausland ersetzt. Seit mehreren Jahren schon gibt andere internationale Freiwilligendienste, insbesondere weltwärts (seit 2008), kulturweit (seit 2009) und den Internationale Jugendfreiwilligendienst, IJFD (seit 2011).

Diese Freiwilligendienste im Ausland sind von vornherein als Freiwilligendienste im Ausland initiiert worden, wohingegen das FSJ bei seiner Geburt auf den Inlandsbereich ausgerichtet war. Die neuen Freiwilligendienste im Ausland verdrängen die FSJ-Stellen im Ausland zusehends.

Dauer

Das FSJ im Ausland ist flexibel ausgestaltet. Freiwillige können nach für die Zeit von sechs Monaten bis zu 18 Monaten im Ausland arbeiten. In der Praxis jedoch hat sich ein Dienst von genau einem Jahr etabliert.

Die Vorteile eines langen Dienstes sind klar: die Landessprache wird besser beherrscht, die Situation vor Ort besser verstanden, dem Projekt besser geholfen.

Voraussetzungen

Das FSJ im Ausland hat nur geringe Voraussetzungen. Die wesentliche ist das Alter: man muss wenigstens 18 Jahre und darf höchsten 26 Jahre alt bei Projektende sein. Auch Ausländer können teilnehmen, wenn sie eine gültige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland haben, d.h. insbesondere Österreicher und andere EU-Bürger sowie Schweizer mit entsprechendem Visum.

Weitere Voraussetzung: Die Freiwilligen müssen Kenntnisse der Sprache im Gastland oder gute Englischkenntnisse haben. Manchmal wird auch beides verlangt.

Weiter ist die Teilnahme an Seminaren (25 Tage bei einem einjährigen Dienst) Pflicht.

Kosten

Die Projekte, in denen man in einem FSJ im Ausland arbeitet, werden – anders als Projekte in Deutschland –nicht mit staatlichen Geldern bezuschusst. Zudem ist ein FSJ im Ausland für die Entsendeorganisation relativ teuer, da viele rechtliche Auflagen zu erfüllen sind. Das sind vor allem die Notwendigkeit Versicherungen für die Freiwilligen abzuschließen, Seminare abzuhalten und Taschengeld zu zahlen. Es sind aber auch Sozialversicherungsbeiträge an den Staat zu zahlen.

Die Folge: die Trägerorganisationen sind nur ausnahmsweise in der Lage, eine FSJ-Stelle im Ausland allein zu finanzieren. Um die anfallenden Kosten zu decken, wird der Freiwillige von den Organisationen angehalten, einen Spenderkreis aufzubauen, durch den mehrere tausend Euro erwirtschaftet werden müssen.

Versicherung

Der Träger ist verpflichtet, die bei ihm im Ausland tätigen Freiwilligen umfangreich zu versichern. Er muss eine Auslandskrankenversicherung, eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung für jeden Freiwilligen abschließen.

Leistungen

Während seines FSJ im Ausland erhält der Teilnehmer normalerweise kostenlos Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung. Eventuell wird Geld zur Verfügung gestellt und man muss sich dann selbst um diese Dinge sorgen. Zudem wird ein Taschengeld gezahlt, das je nach Träger, Einsatzstelle und Einsatzland unterschiedlich hoch ist.

Das Kindergeld während des FSJ im Ausland wird weiter gezahlt.

Bewerbung für das FSJ im Ausland

Für das FSJ im Ausland ist keine zentrale Bewerbungsstelle vorhanden. Die Bewerbung erfolgt bei den einzelnen Entsendeorganisationen. Da die Ausgestaltung des FSJ im Ausland nicht der Zuständigkeit des Bundes unterfällt, sondern die Länder die Regelungskompetenz haben, existieren in jedem Bundesland unterschiedliches Bewerbungs- und Auswahlverfahren. Auf unserer Internetseite findet ihr eine Liste aller Trägerorganisationen.

Daneben gibt es die Möglichkeit einer zentralen Online-Bewerbung für ein FSJ im Ausland und andere Freiwilligendienste im Ausland in Form eines Bewerbungsprofils auf unserer Seite: FSJ im Ausland Bewerbung.

Die Bewerbung sollte ca. ein knappes Jahr vor der geplanten Abreise erfolgen, also im Herbst des Vorjahres sollte man anfangen, sich um eine Stelle zu kümmern. Die Projekte im Ausland starten in der Regel zwischen Juli und

September, nur wenige FSJ-im-Ausland-Stellen werden zu einem anderen Zeitpunkt besetzt. Der Bewerbung fügt man einen Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, den Nachweis des eigenen bisherigen ehrenamtlichen Engagements, der Sprachkenntnisse und der Auslandsaufenthalte bei.

Hat man die Vorauswahl anhand der schriftlichen Bewerbung überstanden, so erhält man von der Entsendeorganisation die Einladung zu einem Auswahltreffen und einem persönlichen Vorstellungsgespräch. Dort bekommt man auch sämtliche Informationen hinsichtlich der Einsatzstellen.

Man sollte wissen, dass es deutlich mehr Bewerber als FSJ-Stellen im Ausland gibt. Nur ungefähr ein Viertel der Bewerber erhält die Zusage für ein FSJ im Ausland.